Valldemossa: spektakuläre Wanderung auf dem Erzherzogsweg Cami de s'Arxiduc auf Mallorca. Grandioser Blick auf das Meer.

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Der Erzherzogsweg: Spektakuläre Wanderung bei Valldemossa

Direkt vom Park­platz in Vall­de­mo­s­sa kannst du zu einer der atem­be­rau­bends­ten Wan­de­run­gen Mal­lor­cas star­ten: der alte Reit­weg des Erz­her­zogs Lud­wig Sal­va­tor! Die­se Tour wird oft auch ein­fach nur Erz­her­zogs­weg genannt und ist eine der schöns­ten Wan­de­run­gen Mallorcas.

Die­se anspruchs­vol­le Wan­de­rung führt von Vall­de­mo­s­sa das Tal Coma des Cai­rats hin­auf auf die Hoch­ebe­ne Pla des Arit­ges, bevor man auf den Cami de s’Ar­xi­duc, den Reit­weg des Erz­her­zogs, stößt, der sich direkt an der stei­len Abbruch­kan­te ent­lang schlän­gelt. Die Bli­cke von hier oben sind ein­fach gran­di­os. Zum Abschluss führt ein stei­ler Abstieg wie­der nach Vall­de­mo­s­sa hinunter.

Die­ser Arti­kel wur­de am 06.05.2025 aktualisiert.

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Die Geschichte des Erzherzogs

Lud­wig Sal­va­tor von Öster­reich-Tos­ka­na, 1847 in Flo­renz gebo­ren, war der zweit­jüngs­te Sohn des Groß­her­zogs der Tos­ka­na und inter­es­sier­te sich schon in jun­gen Jah­ren für Natur­kun­de und For­schung. Mit 20 Jah­ren brach er zu sei­ner ers­ten For­schungs­rei­se auf und ver­lieb­te sich in Mallorca. 

Im Lau­fe von 30 Jah­ren erwarb er nach und nach einen gan­zen Küs­ten­strich zwi­schen Vall­de­mo­s­sa und Deià und ließ meh­re­re Anwe­sen erbau­en. Von sei­nem Haupt­sitz Son Mar­roig ließ er ein Reit­we­ge­netz bis in die Ber­ge hin­auf anle­gen. An den schöns­ten Aus­sichts­punk­ten ließ er soge­nann­te Mira­do­res errich­ten, von denen man heu­te noch die gran­dio­sen Aus­bli­cke genie­ßen kann.

Sei­ne Segel­yacht Nixe war lan­ge Jah­re sein eigent­li­ches Zuhau­se. Auf der Yacht leb­te er mit 20 Bediens­te­ten sowie unzäh­li­gen Tie­ren, dar­un­ter sogar einem Schim­pan­sen. Wenn er in Mal­lor­ca weil­te, leg­te er vor Sa Forada­da an, da dies sei­nen Län­de­rei­en am nächs­ten war.

Zeit sei­nes Lebens galt der Erz­her­zog als splee­ni­ger Para­dies­vo­gel, der sich auch ger­ne mal in ein­fa­cher Klei­dung uner­kannt unters Volk misch­te und auf Kon­ven­tio­nen nicht viel gab.

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Hinweise zur Tour auf dem Erzherzogsweg

Der Erz­her­zogs­weg ist eine wirk­lich spek­tak­ur­lä­re Wan­de­rung, die aller­dings durch die vie­len Höhen­me­ter recht anspruchs­voll ist und für Men­schen mit Höhen­angst nicht geeig­net ist!

Ein Wort zum The­ma Sicher­heit: Wan­dern als Frei­zeit­be­schäf­ti­gung ist auf den ers­ten Blick recht unge­fähr­lich. Aber auch hier lau­ern Gefah­ren, die nicht zu unter­schät­zen sind. Die meis­ten Ver­let­zun­gen beim Wan­de­run­gen pas­sie­ren durch fal­sches Schuh­werk! Ich kann es daher nicht oft genug wie­der­ho­len: Bit­te ach­tet auf eine gute Aus­rüs­tung! Dazu gehö­ren fes­te Wan­der­schu­he mit ordent­li­chem Pro­fil, ein Ers­te-Hil­fe-Pack, eine Taschen­lam­pe, Not­pro­vi­ant und aus­rei­chend Wasser!

Der Anstieg erfolgt durch Tal und lich­ten Wald, der Abstieg eben­falls durch lich­ten Wald, so daß es hier etwas Schat­ten gibt. Sobald man auf der Hoch­ebe­ne ist, wach­sen kei­ne Bäu­me mehr, daher gibt es weder Schat­ten noch Wind­schutz. Also unbe­dingt vor­her das Wet­ter che­cken! Bei schlech­ter Sicht macht die Wan­de­rung wenig Spaß, da gibt es bes­se­re Alter­na­ti­ven in der Umge­bung, wie z. Bsp. den Weg nach S’Esta­ca.

Ein Wort zur Schwin­del­frei­heit: Der Weg führt über 3 Kilo­me­ter immer wie­der an einer Klip­pe mit 400 m Absturz­hö­he vor­bei. Es ist immer noch ein wenig Platz bis zum Abgrund und der Weg ist breit genug, um ent­ge­gen­kom­men­de Wan­de­rer vor­bei zu las­sen, aber der Weg fühlt sich durch die Höhe der Klip­pe sehr expo­niert an.

Im Dorf Vall­de­mo­s­sa gibt es meh­re­re Ver­pfle­gungs­mög­lich­kei­ten: einen Super­markt, eine Bäcke­rei und ein­mal wöchent­lich einen Markt, auf dem man sich mit Pick­nick-Lecke­rei­en ein­de­cken kann.

5 Stunden • 14,9 km Rundweg • 640 Höhenmeter • Start auf 410 m

Wenn du nicht allei­ne wan­dern möch­test, kannst du dich geführ­ten Wan­de­rung auf dem Erz­her­zogs­weg* ab Vall­de­mo­s­sa anschliessen.

Wegbeschreibung

Die Wan­de­rung star­tet in Vall­de­mo­s­sa am zen­tra­len Park­platz. Falls du hier kei­nen Platz für dein Auto fin­dest, kannst du in den umge­ben­den Gas­sen nach Park­plät­zen suchen. Aber Ach­tung: unbe­dingt auf die Mar­kie­run­gen ach­ten, ob das Par­ken erlaubt ist oder nicht!

Der Wan­der­weg führt die­ses Tal hin­ter und links die Ber­ge hinauf

Wir unter­neh­men die Wan­de­rung an einem kal­ten Sonn­tag im Febru­ar und kön­nen uns zufäl­li­ger­wei­se auf dem klei­nen Markt in Vall­de­mo­s­sa mit Pro­vi­ant für die Mit­tags­pau­se eindecken. 

Der net­te Bau­er, der nur den ört­li­chen Dia­lekt spricht und mit dem wir uns daher mit Hän­den und Füßen unter­hal­ten müs­sen, lässt uns groß­zü­gig von der Wurst und dem lecke­ren Ser­ra­no-Schin­ken pro­bie­ren. Als er merkt, daß wir wahr­lich kei­ne Kost­ver­äch­ter sind, holt er den haus­ge­mach­ten Wein her­vor und so erste­hen wir neben reich­lich Schin­ken und Schafs­kä­se sogar eine Fla­sche Wein für unser Pick­nick. Beim selbst­ge­brann­ten Schnaps leh­nen wir dann doch dan­kend ab, denn es ist erst 10 Uhr mor­gens und wir haben noch ein wenig Anstieg vor uns!

Los gehts! Vom zen­tra­len Park­platz, auf dem auch der Wochen­markt statt­fin­det, fol­gen wir der Aus­schil­de­rung des GR 221 Rich­tung Deià. Even­tu­ell musst du hier etwas nach dem rech­ten Weg suchen, aber man gelangt über meh­re­re Sei­ten­gäss­chen zum rich­ti­gen Pfad.

Schon bald führt der Weg an Oli­ven­gär­ten ent­lang in ein bewal­de­tes Tal und der Pfad steigt immer mehr an. Wir kom­men mäch­tig ins Schwit­zen und sowohl ein paar alte Köh­ler­rui­nen als auch eine Pick­nick­bank in der Nähe des Refu­gi des Cai­rats laden zur Pau­se ein.

Auf stil­len Pfa­den auf die Anhö­he hinauf

Wäh­rend der Weg in Ser­pen­ti­nen den Berg erklimmt, fra­ge ich mich, wie die Pfer­de des Erz­her­zogs die­sen Weg bloß bewäl­tigt haben, denn er wird immer enger, stei­ni­ger und stei­ler. Hier ist Tritt­si­cher­heit gefragt!

Irgend­wann lich­tet sich der Wald und gibt den Blick auf das Tal, das wir hoch­ge­wan­dert sind, frei und ich bin erstaunt, wie weit nach oben wir schon gekra­xelt sind.

Blick in das Tal Cami des Cairats

Noch wei­ter oben gibt es nur noch ver­ein­zel­te Bäu­me und wir kom­men auf eine Hoch­ebe­ne. Nur sel­ten begeg­nen wir hier oben Zie­gen oder Scha­fen — und natür­lich ande­ren Wanderern.

Am Puig Gros haben wir die ers­te Aus­sicht auf das Meer und wir fan­gen an, uns nach einem Pick­nick­platz umzu­schau­en. Auf der Hoch­ebe­ne Pla des Arit­ges beginnt end­lich der eigent­li­che Reit­weg des Erz­her­zogs, aus­ge­schil­dert als Cami de s’Ar­xi­duc.

Auf dem Pla des Aritges

Ab hier läuft sich der Weg ent­spannt und ist ange­nehm eben. Nach dem Puig Gros kom­men wir am Es Cara­go­li vor­bei, einem klei­nen Hügel, der im Aus­se­hen einer Schne­cke ähnelt. Hier fin­den sich eben­falls schö­ne Plät­ze für ein Pick­nick mit Aus­sicht auf die Küs­te und das Meer.

Lei­der war es bei unse­rer Wan­de­rung hier oben kalt und zugig, daher fiel unser Pick­nick recht kurz aus, auch wenn die Aus­sicht eigent­lich ein län­ge­res Ver­wei­len ver­dient gehabt hät­te. Der müh­sam den Berg hoch­ge­schlepp­te Wein schmeck­te trotz­dem her­vor­ra­gend und das kräf­ti­ge Essen lie­fer­te neue Kraft für den wei­te­ren Weg.

Hin­ter Es Cara­go­li beginnt dann der spek­ta­ku­lärs­te Abschnitt des Weges. Die Aus­sicht ist gran­di­os, reicht bis nach Sa Forada­da, Deià und zu den ehe­ma­li­gen Gütern des Erzherzogs.

Hier oben sind wir umge­ben vom schöns­ten Blau, das man sich den­ken kann:

Blick auf Sa Forada­da und das Meer mit dem Blau des Tages

Jetzt führt der Weg fast direkt an der Kan­te ent­lang, die Klip­pe fällt 400 m steil ab. Wer nicht schwin­del­frei ist, wird hier kei­ne Freu­de haben. Der Weg ist aller­dings recht breit, und es gibt meist noch ein paar Fel­sen zwi­schen Pfad und Abgrund. In die­sem Abschnitt ist es deut­lich schwie­ri­ger, ein Pick­nick­plätz­chen mit Aus­sicht abseits des Weges zu finden.

Der Blick reicht bis nach Sollér

Am Mira­dor de ses Bas­ses endet die Aus­sicht. Ab hier musst du auf­pas­sen, dass du den rich­ti­gen Pfad für den Abstieg erwischst, denn die Wege im angren­zen­den Natur­schutz­ge­biet Mun­tanya del Vol­tor sind nur mit Geneh­mi­gung zu betreten.

Blick auf Valldemossa

Steil geht es durch einen stil­len Stein­ei­chen­wald nach Vall­de­mo­s­sa hin­un­ter. Zwi­schen­durch bie­ten Lücken im Bewuchs immer wie­der Aus­bli­cke ins Tal und sogar bis nach Pal­ma hin­un­ter. Der Abstieg an sich ist recht unspek­ta­ku­lär, aber steil und wir sind froh, als wir in Vall­de­mo­s­sa ankommen.

Vall­de­mo­s­sa, das als eines der schöns­ten Dör­fer Mal­lor­cas gilt, lohnt auf alle Fäl­le noch einen Besuch nach der Wan­de­rung. Hier laden eini­ge net­te Cafés zur Erho­lung ein und die male­ri­schen Gas­sen sind nett anzusehen.

Die Tour auf dem Erz­her­zogs­weg ist eine unse­rer liebs­ten Wan­de­run­gen auf Mal­lor­ca, aller­dings ist sie durch den stei­len Auf- und Abstieg ein wenig anstrengend.

Wir fan­den die Bli­cke auf das blaue Meer sehr beein­dru­ckend und wür­den beim nächs­ten Besuch auch die Mun­tanya del Vol­tor erkun­den, um noch mehr von die­ser tol­len Ecke Mal­lor­cas ken­nen zu lernen.

Wenn du die west­lich an den Erz­her­zogs­weg angren­zen­de Mun­tanya del Vol­tor erkun­den möch­test, kannst du die Geneh­mi­gung pro­blem­los über die Web­sei­te des pri­va­ten Natur­schutz­ge­bie­tes anfra­gen, aller­dings ist die Anzahl der Per­mits pro Tag begrenzt und der Antrag muss min­des­tens 2 Tage im Vor­aus gestellt werden.

Übersichtskarte

Die GPS-Daten gibt es bei Komoot:
Vall­de­mo­s­sa — Auf den Pfa­den des Erz­her­zogs — Naliblau

Wandern auf Mallorca

Lust auf noch mehr Mallorca-Wanderungen? 

Wir waren eine Woche im Umland von Vall­de­mo­s­sa Wan­dern und haben die Ser­ra de Tra­m­un­ta­na zu Fuß erkundet. 

Mehr dazu gibt es in mei­nem Bei­trag über Wan­dern auf Mal­lor­ca.

Aussichtsreiche Wanderung nach S'Estaca und zu den Miradores des Erzherzogs an Mallorcas wilder Westküste.

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Slow Travelling

Hallo, ich bin Svenja und nehme euch gerne auf meine Reisen mit!

Am liebsten bin ich mit Wanderschuhen und viel Zeit unterwegs. Slow Travelling, also langsames oder eher achtsames Reisen, ist in den letzten Jahren meine Leidenschaft geworden.

Viel lieber, als einen gehetzten Roadtrip zu absolvieren, bleibe ich eine Woche an einem Ort, um zu Fuß die Schönheit der verschiedenen Landschaften zu erwandern.

Ich finde, je mehr Zeit man an einem Ort verbringt, desto mehr kann man in seine Seele eintauchen und hat wirklich das Gefühl, da gewesen zu sein.

Ich möchte mir nicht erst hinterher auf den Fotos anschauen, wo ich eigentlich überall war. Daher reise ich auch gerne mehrfach an die gleichen Orte, weil es sich wie nach Hause kommen anfühlt, wenn ich schon weiß, wo ich wann auf welchem Markt die besten Produkte kaufen kann oder wann ich welche Wanderung am besten mache.

Ich bin kein Fan davon, Sehenswürdigkeiten abzuhaken, nur damit ich zeigen kann, dass ich dort gewesen bin. Viel lieber genieße ich die Natur abseits der ausgetretenen Pfade. Wenn die Wanderung dann doch zur Sehenswürdigkeit führt, umso besser!

Ebenso lasse ich mich nicht von schlechtem Wetter oder anderen Unbequemlichkeiten abschrecken, wenn ich dafür etwas Besonderes erleben kann. Das Motto ist: erholen kann ich mich daheim!

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß mit den Entdeckungen auf diesem Blog!

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Hi, ich bin Svenja!

Schon immer liebe ich das Reisen und Entdecken von fremden Kulturen und Landschaften. Am liebsten bin ich gemeinsam mit meiner Familie unterwegs, um tolle Abenteuer zu erleben. Mit diesem Blog möchte ich euch zeigen, welche schönen Entdeckungen man machen kann, wenn man sich genug Zeit beim Reisen läßt.