Santorin bietet so viel mehr als nur grandiose Sonnenuntergänge. Wir stellen die besten Sehenswürdigkeiten und Abenteuer auf der Vulkaninsel vor.
Blendend weiße Würfelhäuser, blaue Kuppeln vor dem blauen Meer, atemberaubende Sonnenuntergänge, die die Insel in goldenes Licht hüllen – Santorin gilt nicht umsonst als eine der schönsten Inseln Griechenlands.
Doch hinter den berühmten Postkartenmotiven steckt noch viel mehr: historische Ausgrabungen, spektakuläre Naturkulissen, bunte Strände sowie jede Menge kulinarische und kulturelle Highlights.
Die meisten Besucher bleiben nur ein paar Stunden auf Santorin und gehen danach wieder an Bord ihres Kreuzfahrtschiffs. Was für ein Glück für diejenigen, die länger bleiben können und Zeit haben, die Insel zu erkunden.
In diesem Beitrag zeigen wir dir die schönsten Sehenswürdigkeiten Santorins und spannende Abenteuer, die deinen Kykladen-Urlaub noch erlebnisreicher machen und die du nur auf Santorin erleben kannst.
Falls du mehr generelle Informationen über die Insel suchst, schau dir doch unsere besten Tipps für deinen Urlaub auf Santorin an.
Inhaltsverzeichnis
Diesen Beitrag teilen oder merken?
Die weißen Dörfer an der Steilküste: Fira und Oia
Die weißen Häuser, die wagemutig am Steilhang über dem Meer kleben, haben Santorins Ruhm begründet. Diese Art der Architektur gibt es nur hier, selbst auf den anderen Kykladeninseln findest du kaum Vergleichbares. Doch auch im Inselinneren gibt es einige schöne Örtchen zu entdecken, die weniger touristisch überlaufen sind.
Fira: die Hauptstadt der Insel
Fira ist das quirlige Zentrum der Insel und dort findest du neben Hotels, Restaurants und Boutiquen auch das tolle Museum für alte Geschichte. Hier landen die Kreuzfahrtschiffe an, für die extra eine Seilbahn gebaut wurde, um die Steilklippe zu erklimmen.
Der Ort teilt sich in zwei Hälften: die am Steilhang klebenden Häuser mit Blick auf das Meer, und die verwinkelten Gassen auf dem Kraterrand, in denen sich eine Boutique an die andere reiht.

Fira erkundest du am besten ohne Plan, geniess einfach den Blick auf das Meer und in die schicken Hotels, lass dich treiben. Bummel durch die kleinen Läden, die vor allem Schmuck, Kleidung und Souvenirs verkaufen. Such dir eine Taverne für ein kleines Mittagessen mit Blick auf das blaue Meer — und denk nicht an dein Urlaubsbudget: in Fira ist alles teuer, da führt kein Weg dran vorbei.
Extra-Tipp: Du solltest vorab checken, ob und wann in Fira ein Kreuzfahrtschiff anlegt, was fast jeden Tag der Fall ist und die entsprechenden Stoßzeiten meiden.
Empfehlungs-Links: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind Empfehlungs-Links, auch Affiliate-Links genannt. Das bedeutet: Wenn Du über einen solchen Link etwas kaufst, bekommen wir eine kleine Vermittlungsprovision. Dir entstehen keine Mehrkosten, aber mit deinem Kauf hilfst du uns, weiterhin nützliche Inhalte für dich und andere Reisende zu erstellen. Viel Spaß mit unseren Geschichten und lieben Dank für deine Unterstützung!
Oia: der schönste Sonnenuntergang
Oia hat genau so schöne Schuhkartonstapelhäuser an der Steilkante zu bieten wie Fira, daneben die berühmten blauen Kuppeln und einige Windmühlen. Da Oia nicht so hoch auf dem Kraterrand liegt, ist der Hafen Ammoudi mit den hübschen Tavernen zu Fuß gut zu erreichen. Oia ist vor allem zum Sonnenuntergang wunderschön.
Auch in Oia gibt es jede Menge netter Boutiquen mit Schmuck, Kleidung oder Kunsthandwerk. Wie in Fira gibt es einen Bereich, der am Hang klebt und hauptsächlich aus Hotels und einigen Restaurants besteht, während der Teil auf dem Kraterrand das touristische Zentrum mit Läden und Tavernen bildet.
Die engen, gewundenen Gassen machen die Orientierung mitunter schwer, daher lohnt es sich, sich einfach treiben zu lassen. Hinter jeder Ecke warten neue fantastische Blicke auf das weiße Dorf vor dem blauen Meer. Hier finden übrigens auch die beliebten Flying-Dress Fotoshootings* statt.
Oias berühmtestes Fotomotiv sind die blauen Kuppeln der Anastasi-Kirche. Von verschiedenen kleinen Aussichtspunkten entlang der Gassen eröffnen sich unverhofft Blicke auf die ikonischen Kuppeln und sorgen für Schnappatmung bei Fotografen.

Am westlichen Ende des Ortes thront die Ruine der venezianischen Burg (Kastro), die einst Santorins Küste schützen sollte. Heute ist sie einer der besten Plätze, um die spektakuläre Architektur Oias in voller Pracht zu überblicken und natürlich ein beliebter Ort für den Sonnenuntergang.
Der Sonnenuntergang in Oia ist wirklich einzigartig und natürlich bist du nicht alleine, wenn du am Kastro auf das Versinken der Sonne im goldenen Meer wartest. Wenn du also einen guten Platz für die allabendliche Show ergattern willst, solltest du frühzeitig erscheinen.
Geheime Ecken auf der Insel
Abseits des Kraterrandes gibt es auf Santorin noch einige verwinkelte Dörfer und wilde Landschaften zu entdecken. Gerade der südwestliche Teil der Insel ist wirklich abwechslungsreich und lohnt einen Ausflug. Auch einige schöne Wanderungen bieten sich an, wenn du außerhalb der Sommermonate reist.
Panoramawandern auf dem Kraterrandweg
Der Kraterrandweg führt von Fira nach Oia und ist die schönste Wanderung auf Santorin. Atemberaubende Ausblicke auf die weißen Dörfer und das blaue Meer machen diese Tour unvergesslich. Zwischendurch wird es sogar richtig einsam und du kannst die Aussicht ohne großen Trubel genießen.

Die Dörfer in der Inselmitte und die bunten Strände kannst du auch prima auf einer Jeep-Tour*, mit dem Buggy* oder mit dem Mountainbike* erkunden. In Fira kannst du alle Arten von Ausflügen organisieren oder z. B. eBikes mieten.
Pyrgos
Etwas abseits des Touristenstroms liegt Pyrgos im Inselinneren. Der Ort besticht durch sein authentisches Flair, enge Gassen und eine beeindruckende Aussicht vom ehemaligen Kastell. Von hier lassen sich Wanderungen und Weinverkostungen gut kombinieren.
Emporio
Emporio ist das größte traditionelle Dorf Santorins und liegt auf dem Weg zu den Stränden im Süden der Insel. Der alte Ortskern mit seinen engen Gassen, weißen Häusern und wehrhaften Türmen wirkt fast wie ein Labyrinth.
Besonders sehenswert ist das Kastelli, eine mittelalterliche Festung, in deren Schutz einst die Bewohner lebten.
Hier kannst du authentisches Inselleben entdecken, in einem kleinen Café mit Blick auf die Kirche sitzen und die friedliche Atmosphäre auf dich wirken lassen.

Akrotiri
An der Südspitze der Insel gelegen, ist Akrotiri vor allem wegen der gleichnamigen archäologischen Ausgrabungsstätte bekannt. Neben Geschichte bietet der Ort Zugang zum Red Beach sowie einige ruhige Unterkünfte und Tavernen mit Blick aufs Meer.
Der Leuchtturm am Kap Akrotiri ist besonders zum Sonnenuntergang ein beliebtes Ausflugsziel.
Kamari & Perissa
Diese beiden Orte an der Ostküste sind ideal für einen klassischen Strandurlaub. Kamari ist familienfreundlich und bietet eine gepflegte Strandpromenade mit vielen Tavernen, während Perissa eher bei jüngeren Reisenden beliebt ist und über eine gute touristische Infrastruktur verfügt.
Das Kloster des Propheten Elias: Höchster Punkt der Insel
Das Kloster des Propheten Elias (Profitis Ilias) liegt auf dem gleichnamigen Berg im Südosten Santorins und markiert mit rund 567 Metern den höchsten Punkt der Insel. Von hier aus hast du einen atemberaubenden Panoramablick über das Eiland, die Caldera, das Ägäische Meer und bei klarer Sicht bis zu den Nachbarinseln.
Das Kloster, das im 18. Jahrhundert gegründet wurde, ist eines der wichtigsten Heiligtümer auf Santorin. Neben der Kirche umfasst die Anlage auch ein kleines Museum, das Ikonen, Manuskripte und sakrale Gegenstände zeigt und Einblick in die religiöse Geschichte Santorins gibt.
Aussichtspunkte zwischen Imerovigli und Oia

An der Straße zwischen Imerovigli und Oia kannst du auf einem kleinen Weg ein Stück am Kraterrand entlang laufen oder fahren und die Kirchen Agios Antonius und Agios Markus anschauen.
Von hier hast du eine grandiose Aussicht auf die Caldera und es ist nicht so voll wie in Oia oder Fira. Bestimmt auch ein schöner Ort für den Sonnenuntergang.
Santorins Weinkultur – Genuss mit Aussicht
Santorin besitzt eine einzigartige Weinkultur, die der vulkanischen Erde der Insel geschuldet ist. Viele Weingüter bieten neben der Verkostung der hauseigenen Weine auch schöne Terrassen mit Aussicht über die Insel an, die an sich schon ein lohnendes Ausflugsziel sind.
Das historische Santorin: 3000 Jahre alte Geschichte
Ich gebe es zu, wir sind Fans von alten Gemäuern. Akrotiri und das zugehörige Museum in Fira fanden wir so interessant, dass ich einen eigenen Blogartikel darüber geschrieben habe. Wenn du Interesse an Kunstgeschichte hast, sind die 3.000 Jahre alten Wandmalereien im Museum ein absolutes Highlight für dich.
Auf der Insel gibt es drei archäologische Stätten, die einen Besuch wert sind:
- Antikes Akrotiri: Das „griechische Pompeji“, eine vom Vulkanausbruch verschüttete 3.000 Jahre alte Siedlung
- Antikes Thira: Ruinenstadt mit Meerblick
- Das Archäologische Museum in Fira mit den weltberühmten Wandmalereien aus Akrotiri
Akrotiri und Thira lassen sich gut mit einem Besuch der bunten Strände im Südwesten der Insel verbinden.
Der Vulkankrater und die Insel Nea Kameni
Eine der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten auf Santorin ist der Vulkan selbst – denn die gesamte Insel ist das Ergebnis eines gewaltigen Vulkanausbruchs, der vor über 3.000 Jahren die Ägäis veränderte.
Santorin selbst ist ein Teil des Kraterrandes, genau wie die gegenüberliegende Insel Thirassia. Heute kannst du diesen dramatischen Ursprung hautnah erleben — bei einer Bootstour in die Caldera, beim Wandern auf schwarzem Lavagestein oder beim Baden in natürlichen heißen Quellen.
Eine Caldera ist übrigens ein großer, kesselförmiger Einbruchskrater, der entsteht, wenn bei einem Vulkanausbruch die Magmakammer unter dem Vulkan einstürzt — und im Falle von Santorin ist sie mit Meerwasser gefüllt. Solche sogenannten marinen Calderas findest du sonst nur an weit entfernten Orten wie Indonesien oder der Antarktis.

Bootstour zur Vulkaninsel Nea Kameni
Mehrmals täglich legen Ausflugsboote* vom Alten Hafen in Fira oder vom Hafen Ammoudi ab und steuern die unbewohnte Vulkaninsel Nea Kameni an. Dort führt ein gut begehbarer Weg hinauf zum Hauptkrater. Der Ausblick über die Caldera ist atemberaubend – und der schwefelige Duft erinnert daran, dass der Vulkan noch immer aktiv ist.
Nea Kameni ist das geologische Herzstück Santorins – eine kleine, karge Insel aus schwarzem Lavagestein, die mitten in der Caldera liegt. Sie ist das Ergebnis mehrerer Vulkanausbrüche und ein spannendes Ausflugsziel, wenn du Santorin von seiner ursprünglichen Seite kennenlernen möchtest.
Entstehung & Geologie
Nea Kameni ist ein vergleichsweise junges Stück Land. Die Insel entstand schrittweise durch Vulkanausbrüche in den Jahren 1707, 1866 und zuletzt 1950. Die heutige Landschaft besteht fast ausschließlich aus erstarrter Lava und Asche – eine surreale Umgebung aus dunklen Felsen, dampfenden Spalten und Kratern.
Wanderung zum Hauptkrater
Der Rundweg auf Nea Kameni ist gut ausgeschildert und auch für weniger geübte Wanderer gut machbar. Vom Anlegesteg aus führt ein Weg in etwa 20 bis 30 Minuten hinauf zum Hauptkrater. Unterwegs hat man einen spektakulären Blick auf die Caldera, die Steilküste Santorins und das tiefblaue Ägäische Meer. Nimm genug Wasser, Sonnenhut und Sonnencreme mit — auf Nea Kameni gibt es keinen Schatten!
Der aktive Teil des Vulkans liegt im Zentrum der Insel: Hier steigen Schwefeldämpfe aus dem Boden, und die Gesteine sind von mineralischen Ablagerungen orange-gelb gefärbt. Auch wenn derzeit keine akute Ausbruchsgefahr besteht, überwacht ein seismologisches Institut die Aktivität kontinuierlich.
Aufgrund der vielen Erdbeben, die Santorin im Frühjahr 2025 heimgesucht haben, wird die ganze Region besonders sorgfältig überwacht und es kann sein, dass der Zutritt zur Insel nicht möglich ist.
Palea Kameni und die Schwefelquellen – Baden im warmen Vulkanmeer
Nur wenige Minuten Bootsfahrt von Nea Kameni entfernt liegt die kleinere Schwesterinsel Palea Kameni, ebenfalls vulkanischen Ursprungs, aber deutlich älter. Obwohl die Insel unbewohnt ist, gehört sie zu den beliebtesten Zwischenstopps bei Caldera-Touren, denn hier wartet ein ganz besonderes Naturerlebnis: das Baden in den schwefelhaltigen Thermalquellen.
Natürliche Heißwasserquellen mitten im Meer
Die heißen Quellen von Palea Kameni entspringen unterirdischen Vulkanöffnungen und färben das Meerwasser rund um die Bucht kupfer-orange bis rotbraun. Das Wasser hat eine Temperatur von etwa 30 bis 35 Grad Celsius und ist reich an Mineralien, besonders Schwefel, Eisen und Mangan.
Die Quellen sind nicht direkt vom Ufer erreichbar und die Boote ankern meist etwa 30–50 Meter entfernt, von dort aus schwimmst du in die warme Bucht hinein. Das warme, mineralhaltige Wasser soll wohltuend für Haut, Gelenke und Durchblutung sein. Auch wenn es sich nicht um ein Spa im klassischen Sinn handelt, ist das Bad im offenen Meer zwischen den dunklen Lavaklippen ein einmaliges Erlebnis.
Ein Bad in den Thermalquellen von Palea Kameni zeigt, wie lebendig Santorin unter der Oberfläche geblieben ist. Zugegeben, ein bißchen Nervenkitzel ist schon dabei, wenn du dir vorstellst, dass du in der Vulkanbadewanne planschen kannst, oder?
Achtung: Das schwefelhaltige Wasser kann deine Badebekleidung dauerhaft verfärben. Trage am besten ältere oder dunkle Schwimmsachen. Wegen der erhöhten Wassertemperatur und der Mineralien wird empfohlen, nicht länger als 20–30 Minuten in den Quellen zu verweilen.
Die besten Bootsausflüge in der Caldera von Santorin
Von Fira oder Oia werden jede Menge unterschiedlicher Ausflüge angeboten. Aber auch von den Häfen auf der von der Caldera abgewandten Seite gibt es lohnenswerte Bootstouren.
Viele Bootsausflüge verbinden den Besuch des Vulkans mit weiteren Highlights – etwa der Insel Thirassia, wo du ein ursprüngliches Dorfleben abseits der Touristenpfade erleben kannst.
Du kannst alle Touren vor Ort organisieren, allerdings kann es in der Hauptsaison durchaus zu Engpässen kommen. Dein Hotel ist dir sicherlich gerne bei der Organisation behilflich, ansonsten gibt es in Fira und Oia genug Agenturen. Falls du auf Nummer Sicher gehen willst, kannst du dich vorab online informieren, was alles angeboten wird.
- Katamarantour: Auf einem modernen Katamaran* kannst du von Ammoudi oder Fira die Caldera sowie den Red Beach erkunden. Die Touren starten vormittags und du verbringst einen tollen Tag auf dem Wasser. Oder du entscheidest dich für eine Abendfahrt, damit du den grandiosen Sonnenuntergang von Deck aus erleben kannst.
- Segeltörn: Das volle Programm mit Nea Kameni, heißen Quellen und Badepause auf Thirassia bietet eine Fahrt mit einem traditionellen Holz-Segelboot* vom Hafen Athinios.
- Luxus-Tour: In den heißen Quellen schwimmen, an Bord eines Katamarans relaxen und vor der Küste Santorins Schnorcheln kannst du auf dieser tollen Tour mit einem Luxuskatamaran*.
- Private Touren: Alternativ gibt es private Touren per Segelboot oder Katamaran für mehr Ruhe und Flexibilität.
- Boot mieten: In Vlychada kannst du auch ohne Kapitänspatent dein eigenes kleines Boot mieten* und die Caldera auf eigene Faust erkunden.
- Privater Katamaran: Eine exklusive Tour mit einem privaten Katamaran* und einem eigenen Skipper ist eine tolle Möglichkeit, um den Menschenmassen im Sommer zu entfliehen. Du erkundest sämtliche Highlights der Caldera in deinem eigenen Tempo, kannst schnorcheln und baden gehen und in aller Ruhe an Bord zu Mittag essen.
- Private Yacht: Falls du lieber etwas schneller unterwegs bist, kannst du eine private Yacht* chartern. Hier erlebst du alles, was in der Caldera sehenswert ist: von Schnorcheln, Sightseeing, Vulkanwandern und Mittagessen in einer Taverne auf Thirassia bis zum Sonnenuntergang vor der Küste Santorins.
Thirassia, die stille Schwester Santorins
Nur wenige Kilometer westlich von Santorin liegt Thirassia: eine kleine Insel, die zur selben vulkanischen Caldera gehört, aber eine ganz andere Seite der Ägäis zeigt. Während Santorin für Trubel, Romantik und Instagram-Fotospots steht, wirkt Thirassia wie eine Reise in die Vergangenheit: ruhig, ursprünglich, fast unberührt vom Massentourismus.
Ein Dorfleben wie früher
Die Insel zählt nur rund 300 ständige Einwohner, die hauptsächlich in den beiden Orten Manolas (oberhalb des Hafens) und Potamos leben. Hier findest du schmale Gassen, weiß gekalkte Häuser, einfache Tavernen und eine spürbare Gelassenheit. Autos gibt es kaum – die Wege sind steil, viele Einheimische nutzen Maultiere oder kleine Motorroller.
Besonders eindrucksvoll ist der Blick von der Steilküste in Manolas zurück auf Santorin: Statt des gewohnten Panoramablicks aus Oia schaut man hier auf die berühmte Insel aus der Perspektive ihrer weniger bekannten Schwester.

Natur und Ruhe
Thirassia ist ideal für alle, die Wandern, Ruhe und Ursprünglichkeit schätzen. Gut markierte Pfade führen durch Terrassenfelder, zu kleinen Kapellen oder an verlassene Orte mit Blick über die Caldera. Wenn du möchtest, kannst du auch den inaktiven Vulkankegel Mikro Profitis Ilias besteigen.
Die Insel besitzt zudem einige abgelegene Strände mit Lavasteinen, die man meist ganz für sich allein hat. Ideal für ein Picknick oder ein Bad abseits der Touristenströme.
Thirassia ist eine der schönsten Entdeckungen rund um Santorin, eine Insel wie ein stilles Echo aus der Vergangenheit. Wenn du das authentische Griechenland abseits der Postkartenmotive erleben willst, bist du in Thirassia genau richtig. Bei meinem nächsten Trip nach Santorin würde ich hier ein oder zwei auf Nächte bleiben, um die Insel in aller Ruhe zu erkunden.
Anreise & Tipps
- Erreichbarkeit: Mehrmals täglich fahren kleine Boote von Ammoudi oder dem Alten Hafen von Fira nach Thirassia. Die Überfahrt von Ammoudi dauert etwa 15–20 Minuten.
- Verweildauer: Ein Halbtagesausflug ist möglich, lohnend ist aber auch ein ganzer Tag, gerade wenn du wandern oder einfach zur Ruhe kommen möchtest. Am einfachsten ist die Insel im Rahmen eines kombinierten Ausflugs mit Nea Kameni zu besichtigen.
- Gastronomie: Einige einfache Tavernen servieren frischen Fisch, lokalen Wein und klassische Mezedes: ehrliche Küche mit toller Aussicht auf Santorin. Wenn du in der Nebensaison unterwegs bist, checke unbedingt vorher, ob die Tavernen offen sind, sonst nimm dir lieber ein Picknick mit.
Die bunten Strände von Santorin
Santorin ist im Gegensatz zu vielen anderen Inseln der Kykladen nicht unbedingt für seine Strände bekannt. Feine, weisse Sandstrände und kristallfarbenes Wasser suchst du hier vergeblich. Und doch gibt es einige schöne Strände auf der Insel zu entdecken.
Statt weißen Bilderbuchstränden bietet die Insel dramatische Küsten aus Lavagestein, spektakuläre Felsformationen und ungewöhnlich gefärbte Buchten. Die Strände von Santorin sind echte Charakter-Strände und jeder einzelne erzählt ein Stück vulkanische Geschichte in Schwarz, Rot oder Weiß.
Die beliebtesten Strände von Santorin sind:
- Red Beach: spektakuläres Farbspiel aus rotem Gestein
- Kamari & Perissa: Schwarze Sandstrände, die zum Baden einladen
- White Beach: weiße Steilklippen und ein schmaler schwarzer Strand
- Vlychada Beach: Mondlandschaft aus weißem Tuffstein
Wenn du die bunten Strände Santorins* hautnah erleben möchtest, aber keinen Mietwagen hast, bietet sich eine geführte Tagestour an, bei der du die faszinierende Küstenvielfalt der Insel an einem Tag entdecken kannst.
Der Red Beach: spektakuläre rote Felsen
Der Red Beach (Kokkini Paralia) bei Akrotiri zählt zu den bekanntesten und meistfotografierten Stränden auf Santorin – und das nicht ohne Grund: Die steil abfallenden Felsen in tiefem Rotbraun, der schwarze Lavasand und das türkisfarbene Wasser bilden eine spektakuläre Farbkomposition, die es so nur hier gibt.

Die markanten Farben des Red Beach stammen von eisenhaltiger vulkanischer Asche und Gesteinsschichten, die bei uralten Ausbrüchen entstanden sind. Der Kontrast zur hellblauen Ägäis ist besonders bei Sonnenauf- und ‑untergang ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Der Red Beach liegt nahe der Ausgrabungsstätte von Akrotiri im Süden der Insel. Vom Parkplatz aus führt ein kurzer, aber steiniger Pfad über Felsen zum Strand. Alternativ wird der Strand auch von Booten aus Perissa oder Kamari angefahren.
Von Akrotiri kannst du den Red Beach, die Meereshöhlen und den White Beach auch mit dem Kayak* erkunden und am Strand picknicken.
Der Strand selbst ist schmal, mit grobem, dunklem Sand und kleineren Felsen im Wasser. Es gibt keine Liegen oder Strandbars. Das Baden ist erlaubt, allerdings wird bei Steinschlaggefahr gelegentlich von den Behörden gewarnt.
Bei unserem Besuch war der Strand wegen Felssturzgefahr eigentlich gesperrt, was einige Besucher aber nicht gestört hat. Uns war die Kletterei über die großen Felsbrocken zu heikel, daher haben wir uns mit der schönen Aussicht auf den roten Strand begnügt.
Der Red Beach ist kein typischer Badestrand, sondern ein farbenfrohes Naturwunder und eher geeignet für einen kurzen Abstecher und spektakuläre Erinnerungsfotos.
Perissa und Kamari Beach: Schwarzer Sand und entspannte Strandkultur
Der Perissa Beach (Paralia Perissa) zählt zu den längsten und am besten organisierten Stränden auf Santorin. Er erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang der Ostküste der Insel – mit feinem, schwarzem Lavasand, klarem Wasser und einer hervorragenden touristischen Infrastruktur.
Perissa bietet zahlreiche Strandbars, Tavernen, Cafés und Beach Clubs, die im Sommer Liegen und Sonnenschirme vermieten. Musik, Cocktails und entspannte Stimmung prägen das Bild, ohne dass es überlaufen wirkt. In Perissa gibt es zudem ein breites Angebot an Wassersport und Freizeitaktivitäten.
Am nördlichen Ende des Strandes erhebt sich der markante Felsen Mesa Vouno, der Perissa von Kamari trennt. Ein gut ausgebauter Wanderweg führt hinauf zur antiken Stadt Thera und bietet tolle Ausblicke.
Der Kamari Beach (Paralia Kamari) ist der wohl eleganteste und zugleich familienfreundlichste Strand auf Santorin. Wie Perissa ist er geprägt vom feinen, schwarzen Lavasand, doch die Atmosphäre ist etwas ruhiger und stilvoller.
Die autofreie Uferpromenade von Kamari ist gesäumt von schicken Cafés, Tavernen, kleinen Boutiquen und Hotels – viele davon direkt am Strand. Am Abend verwandelt sich die Promenade in einen gemütlichen Treffpunkt mit Blick auf das Meer und den beeindruckenden Felsen des Mesa Vouno, der die Bucht im Süden begrenzt.
Der White Beach: Versteckt, wild und fast surreal
Der White Beach (Aspri Paralia) ist eine kleine, abgelegene Bucht im Süden Santorins, ganz in der Nähe des berühmten Red Beach. Im Gegensatz zu seinem farbintensiven Nachbarn präsentiert sich der White Beach in einer fast surrealen Kulisse aus weißen, steil aufragenden Klippen, schwarzem Lavasand und türkisfarbenem Wasser.
Der White Beach ist nicht zu Fuß zugänglich, der einzige Weg dorthin führt über das Meer. Mehrere Bootstaxis verkehren in der Saison regelmäßig vom Red Beach oder dem Hafen von Akrotiri aus und bringen Badegäste in wenigen Minuten zur kleinen Bucht.
Gerade dieser begrenzte Zugang sorgt dafür, dass der Strand nie überfüllt ist und seinen wilden, ursprünglichen Charakter bewahrt.
Der schwarze Strand ist relativ schmal und von hellen, porösen Tuffsteinfelsen umgeben, die ihm seinen Namen geben. Es gibt keine Infrastruktur vor Ort.
Das glasklare Wasser macht den White Beach im Sommer besonders beliebt bei Schnorchlern. Die Felsen rund um die Bucht bieten Lebensraum für kleine Fischschwärme, Seeigel und andere Meeresbewohner.
Der Vlychada Beach: skurrile Mondlandschaft
Der Vlychada Beach (Paralia Vlichada) ist einer der außergewöhnlichsten Strände Santorins. Er liegt im Süden der Insel und fasziniert vor allem durch seine bizarre Kulisse. Steile, vom Wind und Wasser ausgewaschene Tuffsteinformationen ragen wie Skulpturen über dem langen, dunklen Sandstrand auf und erinnern an eine Mondlandschaft.
Die eigenartig geformten Felswände am Vlychada Beach sind ein beeindruckendes Beispiel für die geologische Vielfalt Santorins. Die weißen, zerfurchten Klippen bilden einen spektakulären Kontrast zum tiefblauen Meer und dem schwarzen Sand.
Obwohl Vlychada einige Liegen, Schirme und eine nette Strandbar bietet, herrscht hier im Sommer eine deutlich ruhigere Atmosphäre als in Perissa oder Kamari.
Gerade im Frühjahr, wenn es zu kalt zum Baden ist, eignet sich Vlychada toll für ausgedehnte Spaziergänge am Strand, um die interessanten Felsformationen zu entdecken. Besonders schön ist es hier am späten Nachmittag, wenn die untergehende Sonne die Felsen in warmes Licht taucht.
Hier kannst du auch am schwarzen Strand entlang reiten* und die Vulkanlandschaft erkunden.
Direkt neben dem Strand befindet sich ein kleiner Yachthafen mit Fischerbooten, Segelschiffen und einigen Tavernen, in denen fangfrischer Fisch serviert wird. Der Hafen verleiht dem Ort ein authentisches Flair und ist ein schöner Platz für eine Pause vor oder nach dem Strandbesuch.
Wassersport an Santorins Stränden
Für alle, die am Strand nicht nur entspannen, sondern aktiv werden möchten, bietet Santorin eine breite Auswahl an Wassersportmöglichkeiten.
Besonders an den gut organisierten Stränden wie Perissa und Kamari findest du viele Anbieter für Jetski, Parasailing, Stand-Up-Paddling*, Windsurfen oder Bananenbootfahrten.
Tauchen* im mit Meerwasser gefluteten Vulkankrater, um die Korallenriffe zu sehen, wird ebenso angeboten wie verschiedene Schnorcheltouren. Schnorcheln ist oft auch bei den beliebten Katamaranausflügen mit dabei, die in die Caldera führen.
Ein außergewöhnliches Erlebnis ist ein frühmorgendlicher Angelausflug* mit einer ortsansässigen Fischerfamilie. Du lernst, wie man Tintenfische fängt, der Fang des Tages wird zum Mittagessen serviert und du kannst vor dem White Beach schnorcheln und den Red Beach vom Wasser aus bewundern.
Santorin bietet so viel mehr als nur die berühmten Postkartenmotive. Wenn du dir die Zeit lässt, die Insel zu erkunden, wirst du erstaunliche Landschaften und Orte entdecken.







