Verborgene Wege an Mallorcas Westküste: Die Runde zur Steilküste an der Punta de Sóller liegt abseits der ausgetretenen Pfade und bietet fantastische Ausblicke auf die Küste der Serra de Tramuntana.

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Punta de Sóller: Uralte Olivenhaine und beeindruckende Steilküste bei Port de Sóller

Die­se abwechs­lungs­rei­che Rund­wan­de­rung kannst du ent­we­der von Port de Sól­ler aus star­ten oder von einem Park­platz an der Ma-10 beim Hotel Cora­zón. An der Pun­ta de Sól­ler fällt die Steil­küs­te senk­recht ins Meer hin­ab und sorgt für Gän­se­haut­mo­men­te beim Wan­dern auf dem schma­len Pfad.

Der Start am Park­platz ent­lang der Stra­ße zwi­schen Deià und Sól­ler bedeu­tet, dass du in Port de Sól­ler zum Mit­tag­essen ein­keh­ren kannst — oder zumin­dest nach dem Pick­nick einen Espres­so bekommst! Außer­dem liegt so der anstren­gends­te Teil der Wan­de­rung am Anfang und nicht am Ende.

Der Weg, der als klei­nes Sträß­chen beginnt, führt über kaum erkenn­ba­re Pfa­de zur Pun­ta de Sól­ler mit gran­dio­ser Aus­sicht und steil abfal­len­den Klip­pen über den Leucht­turm am Cap Gros bis hin­un­ter nach Port de Sóller. 

Die vie­len Cafés der Strand­pro­me­na­de laden zu einer Pau­se mit Blick auf die Bucht ein. Zurück geht es durch uralte Oli­ven­hai­ne mit schö­nen Aus­sich­ten auf meh­re­re Fincas.

Die­ser Arti­kel wur­de am 07.05.2025 aktualisiert.

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Der einzigste Hafen der Westküste

Port de Sól­ler besitzt den ein­zigs­ten geschütz­ten Hafen der mal­lor­qui­ni­schen West­küs­te. Durch die­sen Vor­teil ent­wi­ckel­te sich Sól­ler im Lau­fe der Zeit zum wich­tigs­ten Han­dels­ort die­ses Küstenabschnitts. 

Da Sól­ler lan­ge Jahr­hun­der­te vom Rest der Insel abge­schnit­ten war, wur­den die Oran­gen und Zitro­nen, die in die­ser Gegend reich­lich wach­sen, direkt von hier nach Frank­reich ver­schifft und sorg­ten so für den Wohl­stand der Einwohner. 

Die Bahn­stre­cke, auf der heu­te die Stra­ßen­bahn zwi­schen Sól­ler und Port de Sól­ler ver­kehrt, wur­de ursprüng­lich für den Trans­port der Zitrus­früch­te zum Hafen genutzt. Heu­te kön­nen die Urlau­ber mit der alter­tüm­li­chen Bahn gemäch­lich durch die Zitrus­plan­ta­gen fahren.

Wei­te Tei­le der groß­ar­ti­gen Bucht von Sól­ler sind von einer brei­ten Ufer­pro­me­na­de mit Cafés, Restau­rants und Läden gesäumt. 

Davor gibt es einen fla­chen Sand­strand, der vor allem bei Fami­li­en beliebt ist, und im geschütz­ten Bereich hin­ter der Land­zun­ge Pun­ta de Sa Creu den gro­ßen Yachthafen. 

Auf der ande­ren Sei­te der Bucht thront der Leucht­turm Far del Cap Gros auf dem gleich­na­mi­gen Kap.

Hinweise zur Tour an der Punta de Sóller

In der Nähe des Hotels Cora­zón an der Ma-10 kannst du ent­lang der Stra­ße in der Spitz­kur­ve par­ken. Das Hotel scheint dau­er­haft geschlos­sen zu sein, also gibt es am Start­punkt der Tour kei­ne Versorgungsmöglichkeiten.

Ein Wort zum The­ma Sicher­heit: Wan­dern als Frei­zeit­be­schäf­ti­gung ist auf den ers­ten Blick recht unge­fähr­lich. Aber auch hier lau­ern Gefah­ren, die nicht zu unter­schät­zen sind. Die meis­ten Ver­let­zun­gen beim Wan­de­run­gen pas­sie­ren durch fal­sches Schuh­werk! Ich kann es daher nicht oft genug wie­der­ho­len: Bit­te ach­tet auf eine gute Aus­rüs­tung! Dazu gehö­ren fes­te Wan­der­schu­he mit ordent­li­chem Pro­fil, ein Ers­te-Hil­fe-Pack, eine Taschen­lam­pe, Not­pro­vi­ant und aus­rei­chend Wasser!

Zum Mit­tag­essen kannst du gut in Port de Sól­ler einkehren.

Wenn du lie­ber pick­ni­cken willst, fin­dest du am Cap Gros schö­ne Plät­ze mit Aus­sicht auf die Bucht und den Hafen. Am Strand von Port de Sól­ler lässt es sich eben­falls gut picknicken.

Hin­ter­her laden die Cafés mit Espres­so und Eis­creme zum Ver­län­gern der Pau­se ein.

Der Weg führt erst über klei­ne Sträß­chen durch ein Wohn­ge­biet, bevor du Rich­tung Steil­küs­te abbiegst. Ab hier bis zum Leucht­turm ist der Weg beschwer­lich und stel­len­wei­se schlecht zu fin­den. Stein­männ­chen wei­sen den Weg zur Pun­ta de Sól­ler und die Anstren­gung wird mit einer gran­dio­sen Aus­sicht über die steil abfal­len­den Klip­pen belohnt. Da der Weg nicht so ein­fach zu fin­den ist, bist du hier meist ziem­lich allein.

Stel­len­wei­se geht die Wan­de­rung durch lich­ten Wald, dann wie­der musst du Fel­sen hin­auf- oder hin­un­ter stei­gen und es geht durch nied­ri­ges Busch­werk hin­durch. Tritt­si­cher­heit ist gefragt, Wan­der­stö­cke ange­bracht. Die krat­zi­gen Büsche neben dem engen Pfad sind mit lan­gen Hosen leich­ter zu ertragen.

An der Pun­ta de Sól­ler gabelt sich der Weg: Rich­tung Meer geht es auf einem schma­len Pfad am Fel­sen über dem Abgrund ent­lang und Schwin­del­frei­heit ist ein Muss. Land­ein­wärts geht es hin­ter der Pun­ta de Sól­ler vor­bei und somit ist die­se Wan­de­rung auch pro­blem­los für Leu­te ohne Schwin­del­frei­heit zu bewältigen.

4 Stunden • 12,9 km Rundweg • 360 Höhenmeter • Start auf 230 m

Wegbeschreibung Punta de Sóller

In einer Spitz­keh­re ent­lang der Stra­ße las­sen wir unse­ren Wagen ste­hen. Sieht recht aben­teu­er­lich aus, die­ser Park­platz, aber wir sind nicht die ein­zigs­ten, die hier parken.

Durch die Urba­ni­sación Mul­eta mit ver­steck­ten Wohn­häu­sern führt die klei­ne Stra­ße Rich­tung Küs­te. Nach dem letz­ten Haus win­det sich der Weg durch dich­tes Gestrüpp und wir müs­sen auf­pas­sen, daß wir die Ori­en­tie­rung nicht verlieren. 

Lila Mar­kie­run­gen auf den Fel­sen und hie und da ein Stein­männ­chen hel­fen uns, auf dem rich­ti­gen Pfad zu bleiben. 

Die Gegend war anschei­nend frü­her land­wirt­schaft­lich genutzt, denn wir kom­men an ver­wit­ter­ten Stein­mau­ern und einer klei­nen Rui­ne vor­bei. Heu­te ist alles über­wu­chert und das Gelän­de unwegsam.

Nach einer Wei­le kom­men wir näher an die Klip­pen und es öff­nen sich schö­ne Bli­cke die Küs­te ent­lang. Die Fel­sen sind sehr rauh und knub­be­lig, manch­mal sogar scharf­kan­tig und eine Stel­le für eine Pau­se fin­det sich nicht so leicht. 

Blick auf die mal­lor­qui­ni­sche West­küs­te Rich­tung Süden

Der Weg ist nicht beson­ders gut zu erken­nen und auch nicht sehr bequem zu lau­fen. Die­ser Teil der Tour benö­tigt ech­te Pfad­fin­der­qua­li­tä­ten und wir fra­gen uns ab und zu, ob wir noch rich­tig sind. Die lila Fle­cken auf den Fel­sen tau­chen glück­li­cher­wei­se ziem­lich regel­mäs­sig auf, und so lau­fen wir beru­higt weiter. 

Ohne erkenn­ba­ren Weg geht es Rich­tung Pun­ta de Sóller

Kurz vor der Pun­ta de Sól­ler geht es den Berg hin­un­ter. Hier gibt es eine klei­ne Klet­ter­stel­le, die aber ein­fach und ohne Hilfs­mit­tel zu über­win­den ist.

Danach gabelt sich der Weg: der lin­ke Pfad führt zur Steil­küs­te und dem Pan­ora­ma unter­halb der Pun­ta de Sól­ler, der rech­te Pfad führt im Lan­des­in­ne­ren hin­ter der Pun­ta de Sól­ler ent­lang. Der rech­te Pfad bie­tet somit kei­ne groß­ar­ti­ge Aus­sicht und ist auch mit eini­gen Klet­ter­par­tien ver­bun­den, ist aber eine gute Alter­na­ti­ve für die­je­ni­gen, die Pro­ble­me mit der Schwin­del­frei­heit haben.

Blick in die Tiefe an der Steilküste bei der Punta de Sòller.
Steil­küs­te an der Pun­ta de Sóller

Der lin­ke Pfad win­det sich um die Pun­ta de Sól­ler her­um und führt direkt an der Fels­wand ent­lang. Unter sich das Meer, neben sich der Fels, die­ser Pfad hat es in sich! 

Der Fels stürzt senk­recht in die Tie­fe, unten klat­schen die Wel­len an die Klip­pen, mir wer­den doch etwas die Knie wacklig.

Aber die Aus­sicht — die ist ein­fach grandios!

Nach ein paar hun­dert Metern füh­ren bei­de Wege wie­der zusam­men und es geht ent­spannt durch lich­ten Wald an der Küs­te entlang. 

Irgend­wann stos­sen wir auf einen brei­te­ren Pfad, der schnell zu einer Staub­stras­se wird, und schon sind wir am Leucht­turm am Cap Gros. Nach der Ein­sam­keit bis­her sind wir von den vie­len Men­schen am Leucht­turm leicht gestresst und lau­fen gleich wei­ter zum Ort runter.

Von hier haben wir einen guten Blick auf Port de Sól­ler und die fast kreis­för­mi­ge Bucht. Wenn das mal nicht unser Blau des Tages ist:

Am Strand von Port de Sól­ler pick­ni­cken wir inmit­ten von Fami­li­en, deren Kin­der mutig im kal­ten Was­ser plan­schen. Immer­hin haben wir Febru­ar und obwohl es in der Son­ne recht warm ist, ist das Meer ziem­lich kalt. 

Nach unse­rem Pick­nick gibt es noch einen Espres­so an der Strand­pro­me­na­de und wir über­le­gen, dass ein Abend­essen hier am Hafen heu­te genau das Rich­ti­ge für uns wäre.

Der Rück­weg führt uns weg vom Ort durch Gär­ten und Oli­ven­hai­ne den Berg hin­auf. Ab und zu bit­te umdre­hen und den Blick auf die Bucht bewun­dern. Wäre scha­de, wenn man die­sen Aus­blick verpasst!

Blick auf die Bucht von Sóller

Am Weges­rand sehen wir ab und zu Esel oder Scha­fe, die zwi­schen den knor­ri­gen Oli­ven­bäu­men grasen.

Anschei­nend kom­men auf die­sem Teil des Weges genug Tou­ris­ten vor­bei, denn der Bur­sche auf dem Bild unten war nicht sehr koope­ra­tiv, als ich ein Foto von ihm machen woll­te. Er hat mich ein­fach igno­riert — was für ein stu­rer Esel…

Oben wird der Weg fla­cher und wir kom­men an wun­der­schö­nen alten Oli­ven­bäu­men, ordent­li­chen Tro­cken­stein­mau­ern und eini­gen traum­haf­ten Fin­cas entlang. 

Kurz dar­auf sind wir wie­der in dem klei­nen Ort, in dem unse­re Wan­de­rung begon­nen hat. 

Bis zum Auto ist es nicht mehr weit und wir über­le­gen, was wir jetzt machen. Zum Abend­essen ist es zu früh, aber für einen Apé­ri­tif in Sól­ler ist es genau rich­tig. Gesagt, getan.

Der zen­tra­le Platz in Sól­ler, die Pla­za Con­sti­tu­ción mit der beein­dru­cken­den Kir­che, lädt mit vie­len Stra­ßen­ca­fés zum Ver­wei­len ein und hier gab es für uns auch den erhoff­ten Ape­rol Spritz. Ansons­ten fan­den wir Sól­ler im Febru­ar eher sprö­de, da nur weni­ge Geschäf­te offen hat­ten und die Gas­sen sehr zugig waren. 

Zum Abschluß die­ses schö­nen Tages gab es in Port de Sól­ler eine lecke­re Pael­la. Mit Blick auf den Yacht­ha­fen saßen wir trotz nied­ri­ger Tem­pe­ra­tu­ren drau­ßen an der Hafen­mau­er und konn­ten die alte Stra­ßen­bahn an der End­sta­ti­on beobachten.

Wandern auf Mallorca

Lust auf noch mehr Mallorca-Wanderungen? 

Wir waren eine Woche im Umland von Vall­de­mo­s­sa Wan­dern und haben die Ser­ra de Tra­m­un­ta­na zu Fuß erkundet. 

Mehr dazu gibt es in mei­nem Bei­trag über Wan­dern auf Mal­lor­ca.

Aussichtsreiche Wanderung nach S'Estaca und zu den Miradores des Erzherzogs an Mallorcas wilder Westküste.

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Slow Travelling

Hallo, ich bin Svenja und nehme euch gerne auf meine Reisen mit!

Am liebsten bin ich mit Wanderschuhen und viel Zeit unterwegs. Slow Travelling, also langsames oder eher achtsames Reisen, ist in den letzten Jahren meine Leidenschaft geworden.

Viel lieber, als einen gehetzten Roadtrip zu absolvieren, bleibe ich eine Woche an einem Ort, um zu Fuß die Schönheit der verschiedenen Landschaften zu erwandern.

Ich finde, je mehr Zeit man an einem Ort verbringt, desto mehr kann man in seine Seele eintauchen und hat wirklich das Gefühl, da gewesen zu sein.

Ich möchte mir nicht erst hinterher auf den Fotos anschauen, wo ich eigentlich überall war. Daher reise ich auch gerne mehrfach an die gleichen Orte, weil es sich wie nach Hause kommen anfühlt, wenn ich schon weiß, wo ich wann auf welchem Markt die besten Produkte kaufen kann oder wann ich welche Wanderung am besten mache.

Ich bin kein Fan davon, Sehenswürdigkeiten abzuhaken, nur damit ich zeigen kann, dass ich dort gewesen bin. Viel lieber genieße ich die Natur abseits der ausgetretenen Pfade. Wenn die Wanderung dann doch zur Sehenswürdigkeit führt, umso besser!

Ebenso lasse ich mich nicht von schlechtem Wetter oder anderen Unbequemlichkeiten abschrecken, wenn ich dafür etwas Besonderes erleben kann. Das Motto ist: erholen kann ich mich daheim!

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß mit den Entdeckungen auf diesem Blog!

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Hi, ich bin Svenja!

Schon immer liebe ich das Reisen und Entdecken von fremden Kulturen und Landschaften. Am liebsten bin ich gemeinsam mit meiner Familie unterwegs, um tolle Abenteuer zu erleben. Mit diesem Blog möchte ich euch zeigen, welche schönen Entdeckungen man machen kann, wenn man sich genug Zeit beim Reisen läßt.

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