Dieser kurze Naturlehrpfad zur Grove of Titans führt zu den größten Bäumen des Jedediah Smith Redwoods SP im Norden Kaliforniens.
Entlang des Weges finden sich immer wieder interessante Erklärungen der umgebenden Natur. Uns hat dieser tolle Pfad viel Spaß gemacht und wir haben einiges dabei gelernt!
Die Grove of Titans: Fast zu Tode geliebt

Eigentlich galt unter Wissenschaftlern die Meinung, Nordamerika sei so gut erforscht, daß es keine großen Entdeckungen mehr zu machen gibt.
Einer Gruppe von jungen Wissenschaftlern gelang zu Beginn dieses Jahrtausends allerdings eine spektakuläre Entdeckung: Das verborgene Leben in den Kronen der Sequoias.
Ja, dort oben, 70 Meter über dem Waldboden, gibt es eine ganz eigene Flora und Fauna, sogar ein eigenes Mikroklima.
Zum Beispiel gibt es dort eine spezielle Salamander-Art, die in den Baumwipfeln lebt und nie zur Erde herunterkommt.
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Wunderbar erzählt im Buch The Wild Trees, wurde die Geschichte der Entdeckung und Erforschung der Protagonisten, den Redwoods der Grove of Titans, schnell populär und zog ab 2007 Scharen von Besuchern an, die sich im Jedediah Smith Redwoods State Park auf die Suche nach dem Standort der Bäume machten.
Nicht weit neben dem Mill Creek Trail gelegen, verbreitete sich der „geheime“ Standort schnell über die sozialen Medien und führte zu immer mehr Besuchern und immer mehr Trampelpfaden durch den Wald.
Einmal auf den Geschmack gekommen, verließen immer mehr Touristen die etablierten Wege, um den Wald zu erkunden und so wurde der Bereich um die Grove of Titans immer mehr in Mitleidenschaft gezogen.
Der Boden, in dem die Sequoias wachsen, ist sehr feucht und weich und somit wasserdurchlässig wie ein Schwamm.
Obwohl die Bäume so riesig sind, reichen die Wurzeln nicht tief in die Erde hinein und sind extrem empfindlich.
Durch die vielen Wege wurde der Boden verdichtet, der Unterwuchs aus Farn und Klee verschwand und die Sequoias drohten ernsthaften Schaden zu nehmen.
So dicht, wie der Farn und Klee wächst, kann ich auch gar nicht verstehen, wie man hier querbeet laufen kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben!

Die Parkverwaltung machte dem unerlaubten Verlassen der Wege ein Ende, indem sie den Wanderweg umgestaltete. Jetzt kann man offiziell bis direkt in die Grove of Titans wandern und die aufgeständerten Metallgitter, auf denen man läuft, verhindern ein Verdichten des Bodens und lassen immer noch Regen hindurch.
Hinweise zur Tour zur Grove of Titans
Die Tour zur Grove of Titans ist nicht besonders schwierig oder lang. Entlang des Weges finden sich immer wieder Aussichtskanzeln sowie toll gemachte Hinweisschilder, die die Natur des Waldes erklären.
Der Weg führt am Mill Creek entlang durch einen schönen Auenwald, bevor er zu den größten Redwoods des State Parks führt.
Nach der Grove of Titans kann man den Mill Creek Trail weiter wandern. Bei unserem Besuch im Sommer 2022 war der Trail kurz hinter der Grove leider geschlossen, da weiter an der Verbesserung des Weges gearbeitet wurde.
Ein Wort zum Thema Sicherheit: Wandern als Freizeitbeschäftigung ist auf den ersten Blick recht ungefährlich. Aber auch hier lauern Gefahren, die nicht zu unterschätzen sind. Die meisten Verletzungen beim Wanderungen passieren durch falsches Schuhwerk! Ich kann es daher nicht oft genug wiederholen: Bitte achtet auf eine gute Ausrüstung! Dazu gehören feste Wanderschuhe mit ordentlichem Profil, ein Erste-Hilfe-Pack, eine Taschenlampe, Notproviant und ausreichend Wasser!
Der Parkplatz zum Trail an der Howland Hill Road ist klein, hat aber immerhin ein Klo zu bieten. Das Schild Grove of Titans ist wie überall im Park winzig und man muss sich schon Mühe geben, es überhaupt zu bemerken. Aber das Klohäuschen ist nicht zu übersehen, deshalb ist der Einstieg in den Trail direkt gegenüber leicht zu finden.
Der Parkplatz bietet Platz für ungefähr 10 Autos, also ist eine frühe Anreise oder Warten auf ein wegfahrendes Fahrzeug angesagt. Es gibt außer dem Plumpsklo keine weitere Infrastruktur an diesem Parkplatz.
Der Weg ist nicht schwierig zu begehen, aber es gibt einige umgestürzte Bäume, unter denen du hindurch klettern musst. Der Weg ist die ganze Zeit im Schatten und durchweg gut erkennbar. Teile des Weges sind mit Metallgittern aufgeständert.
Um kleinere Wasserläufe zu queren, gibt es Holzbrücken, steile Stellen werden mit Holztreppen überwunden.
Der Weg ist nicht lang, dennoch haben wir über 2 Stunden für den Hin- und Rückweg gebraucht, da wir wirklich jede Anzeigetafel gelesen haben und uns viel Zeit gelassen haben, alles zu erkunden. Da der Trail weder steil noch besonders schwierig ist, eignet er sich hervorragend für Familien mit kleineren Kindern.
Ein Picknickplatz ist kaum zu finden, da der ganze Waldboden mit Farn überwuchert ist. Am besten eignet sich die Aussichtskanzel am Mill Creek für eine Pause. Allerdings ist die Wanderung so kurz, daß ich dir empfehle, das Picknick lieber danach am Ufer des Smith River in der Sonne zu planen. Da kannst du auch gleich noch im Fluß baden und ein Nickerchen machen.
1,5 Stunden • 4,1 km Rundweg • 20 Höhenmeter • Start auf 50m
Wegbeschreibung Grove of Titans
Der Wanderweg beginnt direkt gegenüber des Parkplatzes und ist einfach zu finden. Der Weg zur Grove of Titans ist ein Teil des Mill Creek Trails, der bis zur Stout Grove führt.
Zuerst steigt man ein wenig im Wald oberhalb des Mill Creeks empor. Der Trail ist gut in Schuß und ziemlich breit, es gibt einige Holzbrücken und Holzstufen an feuchten Stellen.
Der Wald zu Beginn der Wanderung besteht aus jungen Redwoods. Sehr schlank im Vergleich zu ihren großen Brüdern, aber schon genau so hoch.

Wir haben übrigens immer nach jungen Redwoods Ausschau gehalten, aber keine gefunden.
Es hat eine Weile gedauert, bis wir kapiert haben, daß die Nadelbäume in Normalgröße zwischen den Giganten die jungen Redwoods sind, keine andere Spezies.
Schon vor der eigentlichen Grove of Titans kommen wir zu einem gigantisch großen Baum namens Chesty Puller.
Ein Stück den Weg hinunter haben wir einen schönen Blick auf den Baum hinter uns.
Da der Baum, der eigentlich aus zwei ineinander gewachsenen Redwoods besteht, ein wenig einsam steht, haben wir hier endlich einmal eine Möglichkeit, die Krone des Baumes zu sehen.
Und da oben leben also die Redwood-Salamander?
Echt krass, was die Natur sich alles ausgedacht hat!

Ab hier ist der Weg jetzt viel aufgeständert, um die empfindlichen Wurzeln der Baumriesen zu schonen.
Ich glaube schon, daß das Aufständern sehr effektiv das Verlassen des Weges verhindert, denn man läuft meist einen halben Meter hoch über der Erde. Dadurch hat der Weg eine ganz eigene Atmosphäre, denn oft sind die Farne gleich hoch wie der Weg.

Auch wenn das Metallgitter direkt auf der Erde liegt, ist die Hemmschwelle, den Weg zu verlassen, sicherlich größer als ohne das Gitter.
Kurz darauf gibt es eine Abzweigung zu einer kleinen Aussichtskanzel über dem schönen Mill Creek mit einigen interessanten Erläuterungstafeln.


Zwischendurch müssen wir unter einigen umgestürzten Redwoods hindurch gehen oder über sie hinweg klettern und es ist beeindruckend zu sehen, wie auf den gefallenen Riesen neues Leben entsteht.

Dann sind wir auch schon in der eigentlichen Grove of Titans angekommen: Die ungewöhnlich großen Bäume stehen fast im Kreis und wir stehen mittendrin und staunen…
Nackenstarre garantiert, Foto extrem schwierig!
Und das kleine Fleckchen blauer Himmel zwischen den Kronen ist mein Blau des Tages, denn es war tatsächlich auf dieser Wanderung das einzige Blau, das ich gesehen habe!

Dann gibt es noch The Lost Monarch zu sehen, der der größte Baum (aus einem Stamm, nicht zwei wie Chesty Puller) in diesem Teil des Waldes ist und als die fünftgrößte bekannte Küstensequoia gilt.
Der letzte Teil des Weges ist ganz anders als der Rest. Keine Redwoods mehr, sondern kleinwüchsige, mit Moos behangene Laubbäume entlang des Flusses. Sehr verwunschen und verzaubert kommt mir der Wald vor.

Eine weitere Plattform läßt uns noch einmal einen Blick auf den Mill Creek werfen, dann steigen wir hinab zu einem gurgelnden Bach und finden es schade, daß hier für uns Schluß ist, denn der weitere Trail ist wegen Bauarbeiten geschlossen.

Also laufen wir den Weg wieder zurück und bestaunen den Wald aus der anderen Richtung.
Dieser Trail hat uns dank der tollen Erklärungen entlang des Weges richtig gut gefallen und ich habe jetzt große Lust, das erwähnte Buch zu lesen, in dem über die Erforschung der Grove berichtet wird, und noch viel mehr über die Redwoods zu lernen.








