Wandern unter gigantisch großen Bäumen - über den Boy Scout Tree Trail zu den Fern Falls im Jedediah Smith Redwoods SP.

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Fern Falls: Wanderung auf dem Boy Scout Tree Trail unter gigantischen Redwoods

Die­se Run­de führt dich durch einen lich­ten Wald mit altem Red­wood-Bestand zum rie­si­gen Boy Scout Tree und den win­zi­gen Fern Falls am Ran­de des Jede­diah Smith Red­woods Sta­te Parks im Nor­den Kaliforniens.

Die gigan­ti­schen Red­woods ragen hoch über dem dicht mit Farn bewach­se­nen Wald­bo­den auf und haben uns immer wie­der stau­nen las­sen. Für uns war die­se Tour auf jeden Fall die schöns­te Wan­de­rung unter den Red­woods, die wir gemacht haben.

Die­ser Arti­kel wur­de am 11.05.2025 aktualisiert.

Howland Hill Road

Schon allein die Anfahrt zu die­ser Wan­de­rung ist ein Erlebnis! 

Die How­land Hill Road ist eine schma­le Schot­ter­pis­te, die unter und zwi­schen alten, unglaub­lich hohen Mam­mut­bäu­men hin­durch führt.

Die­se Stra­ße ist aller­dings nur mit PKW’s oder klei­ne­ren Vans zu befah­ren, für Cam­per und Trai­ler ist sie gesperrt! 

Und das aus gutem Grund: die Stra­ße ist eng, kur­vig, die Bäu­me ste­hen dicht an der Fahr­bahn und es gibt wenig Aus­weich­mög­lich­kei­ten und kaum Parkplätze.

Der schnells­te Weg von Cre­s­cent City zu die­ser Wan­de­rung führt über die Elk Val­ley Road, wo du mit etwas Glück die gro­ßen Roo­se­velt-Hir­sche sehen kannst.

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Hinweise zur Tour zu den Fern Falls

Die Tour auf dem Boy Scout Tree Trail ist nicht beson­ders schwie­rig. Hin- und Rück­weg sind iden­tisch und die Sze­ne­rie über­all ziem­lich ähn­lich, so dass du die Tour auch gut kür­zen kannst, ohne Wesent­li­ches zu verpassen.

Das Ziel der Wan­de­rung heißt übri­gens Fern Falls, der Trail aber heißt Boy Scout Tree Trail. Der Weg wur­de 1930 von den Pfad­fin­dern von Cre­s­cent City ange­legt. Der über 90 m hohe Boy Scout Tree ist nach gut 3,5 Kilo­me­tern Weg­stre­cke erreicht und ist der größ­te Baum auf die­ser Wanderung.

Ein Wort zum The­ma Sicher­heit: Wan­dern als Frei­zeit­be­schäf­ti­gung ist auf den ers­ten Blick recht unge­fähr­lich. Aber auch hier lau­ern Gefah­ren, die nicht zu unter­schät­zen sind. Die meis­ten Ver­let­zun­gen beim Wan­de­run­gen pas­sie­ren durch fal­sches Schuh­werk! Ich kann es daher nicht oft genug wie­der­ho­len: Bit­te ach­tet auf eine gute Aus­rüs­tung! Dazu gehö­ren fes­te Wan­der­schu­he mit ordent­li­chem Pro­fil, ein Ers­te-Hil­fe-Pack, eine Taschen­lam­pe, Not­pro­vi­ant und aus­rei­chend Wasser!

Start­punkt ist ein klei­ner Park­platz an der How­land Hill Road. Der Park­platz ist vor­her nicht aus­ge­schil­dert, daher musst du die klei­nen Schil­der an den Park­buch­ten genau lesen, um den rich­ti­gen Park­platz zu finden.

Der Park­platz bie­tet Platz für unge­fähr 6 Autos, also ist eine frü­he Anrei­se oder War­ten auf ein weg­fah­ren­des Fahr­zeug ange­sagt. Es gibt kei­ner­lei Infra­struk­tur an die­sem Parkplatz. 

Wenn du eini­ge Kilo­me­ter wei­ter fährst, kommt am Park­platz zur Gro­ve of Titans ein WC-Häus­chen. Falls der Park­platz besetzt ist, soll­test du dich nicht ver­lei­ten las­sen, in den Aus­weich­buch­ten ent­lang der Stra­ße zu par­ken. Es gibt aller­dings eini­ge brei­te­re Stel­len ent­lang der Stra­ße, an der es mög­lich sein soll­te, dein Fahr­zeug ohne Pro­ble­me abzustellen.

Der Weg ist nicht schwie­rig zu bege­hen, aber es gibt vie­le her­vor­ste­hen­de Wur­zeln und eini­ge umge­stürz­te Bäu­me, die zu über­win­den sind. Der Weg ist die gan­ze Zeit im Schat­ten und durch­weg gut erkennbar. 

Um klei­ne­re Was­ser­läu­fe zu que­ren, gibt es Holz­brü­cken, stei­le Stel­len wer­den mit Holz­trep­pen überwunden. 

Pick­nick­plät­ze sind aus­ser am End­punkt, den Fern Falls, rar, da der gan­ze Wald­bo­den mit Farn über­wu­chert ist. Sicher­lich kannst du auch auf einem der umge­stürz­ten Bäu­me pick­ni­cken, aber das erfor­dert gewis­se Klet­ter­küns­te, denn die sind ganz schön groß.

2,5 Stunden • 8,3 km Rundweg • 230 Höhenmeter • Start auf 60m

Wegbeschreibung Fern Falls via Boy Scout Tree Trail

Unser Wan­der­weg beginnt direkt am Park­platz und ist ein­fach zu fin­den, denn es gibt nur die­sen einen Weg.

Zuerst führt der Pfad durch etwas jün­ge­ren Red­wood-Wald und geht leicht berg­auf. Schon bald wer­den die sowie­so schon gro­ßen Red­woods grö­ßer und mäch­ti­ger und wir fol­gen einer Hügel­kup­pe, um nach ca. 3 Kilo­me­tern über Holz­trep­pen zu einem klei­nen Bach abzusteigen. 

Das Licht unter den gro­ßen Bäu­men kommt nur gefil­tert bei uns an, die Far­ben wir­ken ent­sät­tigt, die Geräu­sche gedämpft.

Der Wald hat eine ganz eige­ne Atmospä­re und wir füh­len uns selt­sam aus der Zeit gefallen. 

Allein der Blick nach oben offen­bart an man­chen Stel­len, an denen die Kro­nen nicht so eng bei­sam­men ste­hen, den blau­en Himmel.

Vom Son­nen­schein kommt bei uns nichts an und kurz dar­auf zeigt der Blick nach oben schon wie­der den all­ge­gen­wär­ti­gen Küstennebel. 

Zwi­schen­durch müs­sen wir unter eini­gen umge­stürz­ten Red­woods durch­ge­hen oder über sie hin­weg klet­tern und es ist beein­dru­ckend zu sehen, wie auf den gefal­le­nen Rie­sen neu­es Leben entsteht. 

Die­ser Red­wood-Wald ist wirk­lich beein­dru­ckend: Grau­brau­ne Stäm­me, deren Baum­kro­nen man erst sieht, wenn man den Blick nach oben rich­tet, und üppi­gen grü­nen Farn, dazwi­schen rie­si­ger Klee. Kaum ein ande­res Gewächs ist zu sehen und der Wald ist selt­sam still, denn das Leben der Vögel und Insek­ten spielt sich in den Kro­nen ab, die 70 Meter über uns aufragen.

Auf kei­nem ande­ren Trail fand ich den Wald so schön wie auf die­ser Wan­de­rung zu den Fern Falls. Der Wald sieht durch den immer glei­chen Bewuchs auf dem Boden mit den locker ver­teil­ten Baum­stäm­men sehr ordent­lich aus.

Ich hat­te eher den Ein­druck, ich lau­fe durch einen von Men­schen erschaf­fe­nen Park anstatt durch einen natur­be­las­se­nen Wald, so per­fekt mute­te jeder Blick und jede neue Aus­sicht an. 

Die Baum­kro­nen bekommt man nur zu Gesicht, wenn man nach oben schaut, daher besteht der Wald optisch vor allem aus Farn und Baum­stäm­men. Die Grö­ße der Bäu­me ist unheim­lich schwie­rig auf Fotos zu ban­nen, denn so groß ist kein Weitwinke!

Der Weg win­det sich durch den Farn­be­wuchs und bie­tet immer neue Bli­cke, die sich auf schö­ne Art ähneln, aber doch hin­ter jeder Kur­ve anders sind. Der Wald hat eine beru­hi­gen­de Wir­kung und ver­mit­telt einen inne­ren Frie­den, den ich sehr genos­sen habe. 

Gegen Ende des Weges wer­den die Bäu­me wie­der klei­ner und es mischen sich ande­re Laub­bäu­me dar­un­ter, die gegen­über den Red­woods selt­sam zwer­gen­haft anmuten. 

Die Fern Falls

So wan­dern wir fast bis zur Gren­ze des Sta­te Parks und als wir an den Fern Falls ankom­men, sind wir fast ein wenig ent­täuscht: Echt jetzt? Das ist alles? 

Bei die­ser Wan­de­rung kommt der Spruch Der Weg ist das Ziel so rich­tig zum Tra­gen: Das Ziel Fern Falls ist eigent­lich kei­ne Wan­de­rung wert und so kannst du, wenn du kei­ne Lust mehr hast, am Boy Scout Tree umkeh­ren, denn dann hast du den schöns­ten Teil des Trails bereits hin­ter dir.

Trotz­dem ist dies ein net­ter Ort, um ein Pick­nick zu machen. Das Was­ser plät­schert und es gibt eini­ge umge­fal­le­ne Baum­stäm­me in Nor­mal­grö­ße, die sich als Bank anbieten.

Der Rück­weg führt uns auf dem sel­ben Weg zurück und bie­tet die glei­chen schö­nen Bli­cke wie auf dem Hinweg.

Und da ich in die­sem nur aus Grün- und Braun­tö­nen bestehen­den Wald den gan­zen Weg ver­geb­lich nach mei­nem Blau gesucht habe, beschlie­ße ich, daß mein Blau des Tages auf die­sem Foto zu fin­den ist — das hat­te ich schließ­lich die gan­ze Wan­de­rung über vor mir:

Tolle Wanderung unter den Küstenredwoods im Norden Kaliforniens.

Übersichtskarte

Gigantisch große Küstenredwoods erwarten uns auf dieser Wanderung im Jedediah Smith Redwoods SP.

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Slow Travelling

Hallo, ich bin Svenja und nehme euch gerne auf meine Reisen mit!

Am liebsten bin ich mit Wanderschuhen und viel Zeit unterwegs. Slow Travelling, also langsames oder eher achtsames Reisen, ist in den letzten Jahren meine Leidenschaft geworden.

Viel lieber, als einen gehetzten Roadtrip zu absolvieren, bleibe ich eine Woche an einem Ort, um zu Fuß die Schönheit der verschiedenen Landschaften zu erwandern.

Ich finde, je mehr Zeit man an einem Ort verbringt, desto mehr kann man in seine Seele eintauchen und hat wirklich das Gefühl, da gewesen zu sein.

Ich möchte mir nicht erst hinterher auf den Fotos anschauen, wo ich eigentlich überall war. Daher reise ich auch gerne mehrfach an die gleichen Orte, weil es sich wie nach Hause kommen anfühlt, wenn ich schon weiß, wo ich wann auf welchem Markt die besten Produkte kaufen kann oder wann ich welche Wanderung am besten mache.

Ich bin kein Fan davon, Sehenswürdigkeiten abzuhaken, nur damit ich zeigen kann, dass ich dort gewesen bin. Viel lieber genieße ich die Natur abseits der ausgetretenen Pfade. Wenn die Wanderung dann doch zur Sehenswürdigkeit führt, umso besser!

Ebenso lasse ich mich nicht von schlechtem Wetter oder anderen Unbequemlichkeiten abschrecken, wenn ich dafür etwas Besonderes erleben kann. Das Motto ist: erholen kann ich mich daheim!

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß mit den Entdeckungen auf diesem Blog!

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Hi, ich bin Svenja!

Schon immer liebe ich das Reisen und Entdecken von fremden Kulturen und Landschaften. Am liebsten bin ich gemeinsam mit meiner Familie unterwegs, um tolle Abenteuer zu erleben. Mit diesem Blog möchte ich euch zeigen, welche schönen Entdeckungen man machen kann, wenn man sich genug Zeit beim Reisen läßt.

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